"Sempre Libera"

Katrin Böhnisch erOpert Verdi's "La Traviata"

 

Die Pariser Edel-Prostituierte Violetta Valéry, die sich selbst als „traviata“, als „die vom rechten Wege Abgekommene“ bezeichnet, stürzt sich in den Rausch des Augenblicks, um ihre tödliche Krankheit zu vergessen. Längst hatte sie aufgehört, an uneigennützige Gefühle und echte Liebe zu glauben, bis ihr der junge Alfredo Germont begegnet. Sie gibt ihr Luxusleben auf und zieht mit ihm aufs Land, in ein Idyll der Zweisamkeit. Ein Neuanfang scheint möglich. Doch bald holt sie ihre Vergangenheit ein: Als Alfredos Vater an ihr Gewissen appelliert, wegen ihres schlechten Rufes auf seinen Sohn zu verzichten, gibt Violetta verzweifelt nach. Sie schreibt Alfredo einen Abschiedsbrief und versucht, in ihrem früheren glamourösen Leben erneut Fuß zu fassen. Doch geächtet von der Umwelt, moralisch belastet von Alfredos Vater und verlassen von ihrem Geliebten stirbt die einstige Liebesgöttin von Paris an der Kälte, die sie umgibt.

 

Giuseppe Verdi erzählt Violettas Lebensgeschichte nach Alexandre Dumas „La dame aux camélias“ als ein Seelengemälde mit Musik von kristalliner Klarheit. 1853 in Venedig uraufgeführt, gehört dieses dicht gebaute musikalische Kammerspiel zu Verdis berühmtesten Werken.